Newsletter TK/IT RPS

Newsletter 002 TK/IT RPS

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Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nach Abschluss der Tarifrunde Telekom Anfang dieses Jahres steigen die Gehälter der Tarifangestellten nun im Juli um 2,6 bis drei Prozent und im Juli 2021 um weitere zwei Prozent. Das vollständige Ergebnis der Tarifrunde haben wir in dieser Info noch einmal für Euch zusammengefasst.

Tarifrunde 2020 bei der Telekom - diesmal ohne Rückenwind

Traditionell laufen die Tarifrunden der IG BCE und der IG Metall zeitlich vor der Tarifrunde Telekom. Arbeitgeber und auch ver.di schauen auf diese Abschlüsse und nutzen sie auch in der Regel für ihre Argumentation am Verhandlungstisch. Diesmal war alles anders. Die beiden DGB-Gewerkschaften mussten besonders schwierige Situationen in ihren Kernbranchen berücksichtigen. Entsprechend mager fielen die Ergebnisse bei den Lohnprozenten aus.

IG Metall

Die IG Metall schloss im März einen Pilottarifvertrag in Nordrhein-Westfalen ohne Lohn- und Gehaltserhöhung für die Metall- und Elektroindustrie ab. Vereinbart wurden Regelungen zur Kurzarbeit, die die Nettoentgelte der Beschäftigten für die ersten Monate auf dem Niveau von etwa 80 Prozent absichern können.

IG BCE

Bereits im November 2019 einigten sich die IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) mit dem Bundesarbeitgeberverband Chemie. Die Löhne und Gehälter steigen zum 1. Juli 2020 um 1,5 Prozent für zwölf Monate und um 1,3 Prozent zum 1. Juli 2021 für weitere neun Monate. Den Zeitraum bis Juli 2020 decken Einmalzahlungen ab.

Der Tarifabschluss Telekom in Kürze:

·         Der Kündigungsschutz wird bis Ende 2023 verlängert

·         Die Gehälter steigen in zwei Stufen zum 1. Juli 2020 um 2,6 bis drei Prozent, abhängig von der Entgeltgruppe.

·         Am 1. Juli 2021 steigen die Einkommen aller Entgeltgruppen um weitere zwei Prozent.

·         Zusätzlich wurden für die Auszubildenden, dual Studierenden und vorausschauend für die Bewältigung der Corona-Krise, weitere Vereinbarungen getroffen.

·         Der Tarifvertrag zu Lebensarbeitszeitkonten – der ebenfalls zum Jahresende ausgelaufen wäre – wurde bis 31. Dezember 2022 zu den bestehenden Konditionen verlängert.

·         Für die Beschäftigten der PVG wurde eine Kurzarbeiterregelung vereinbart

·         ver.di und die Deutsche Telekom verständigten sich darauf, eine gemeinsame politische Initiative für eine gesetzliche Regelung für eine Bildungsteilzeit zu starten.

ver.di und die Deutsche Telekom AG haben in dieser Tarifrunde gemeinsam eine zügige Einigung angestrebt. Die Tarifrunde 2020 war nach nur einer Woche intensiver Verhandlungen beendet.

„In Zeiten, in denen in vielen anderen Unternehmen und Betrieben Beschäftigte vor hohen existenziellen Nöten stehen, zeigt sich, wie wichtig Gewerkschaft, Solidarität und eine funktionierende Sozialpartnerschaft ist“, so ver.di-Verhandlungsführer Frank Sauerland.

Die digitalen Dienste wurden für viele Unternehmen plötzlich noch wichtiger als zuvor. Deshalb wurde in einigen Bereichen bei der Telekom auf Hochtouren gearbeitet, um das Netz weiter stabil zu halten. Ein stabiles Netz in der Krisenzeit ermöglichte der Wirtschaft zumindest auf „Sparflamme“ weiter arbeiten zu können.

Der vereinbarte Kündigungsschutz ist in Corona – Zeiten besonders von Bedeutung. Während die funktionierenden Netze jetzt in vielen Teilen der Wirtschaft die Arbeit aus dem Homeoffice sowie Konferenzschaltungen erst ermöglichen, sind auch Teile der Telekom von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen.

Hierzu zählen zum Beispiel die Beschäftigten der Deutschen Telekom Privatkunden-Vertrieb GmbH (PVG). Sie waren nicht in die Tarifrunde einbezogen. ver.di konnte aber auch für diese Beschäftigten den Kündigungsschutz bis Ende 2023 vereinbaren. Dies ist besonders wichtig, weil die Deutsche Telekom bereits lange vor Corona angekündigt hatte, viele T-Shops schließen zu wollen.

Die Tarifverhandlungen für bundesweit rund 60.000 Tarifangestellte, Auszubildende und dual Studierende wurden im „Schnellverfahren“ geführt.

Keine Streiks, Aktionen oder große Versammlungen; Corona hatte Deutschland fest im Griff.

Ein Abschluss, der sich sehen lassen kann!

Mehr Geld in zwei Stufen und vor Allem Arbeitsplatzsicherheit:

Bis 31. Dezember 2023 wird der Ausschluss betriebsbedingter Beendigungskündigungen verlängert. Der Tarifabschluss hat eine Laufzeit von 24 Monaten, vom 1. April 2020 bis zum 31. März 2022. Während in vielen Unternehmen Arbeitsplätze akut gefährdet sind, hat ver.di mit der Deutschen Telekom einen Tarifabschluss vereinbart, der nicht nur in Corona- Zeiten als sehr gut gelten würde. Die vorhandene Regelung zum Schutz vor betriebsbedingten Beendigungskündigungen wäre Ende des Jahres ausgelaufen.

„Oberste Priorität hatte für uns der Kündigungsschutz für unsere Mitglieder, die das gute Konzernergebnis erarbeitet haben und den „Betrieb“ Deutschland am Laufen halten, mit den vielen wichtigen Tätigkeiten im Bereich der kritischen Infrastruktur“, so Frank Sauerland (ver.di-Verhandlungsführer)

Die Gehälter der Tarifangestellten steigen in zwei Stufen:

EG 1– 5: 3 Prozent zum 1. Juli 2020 und weitere 2 Prozent zum 1. Juli 2021

EG 6: 2,8 Prozent zum 1. Juli 2020 und weitere 2 Prozent zum 1. Juli 2021

EG 7–10: 2,6 Prozent zum 1. Juli 2020 und weitere 2 Prozent zum 1. Juli 2021

Der Abschluss gilt für bundesweit rund 60 000 Tarifangestellte, Auszubildende und dual Studierende der Telekom Deutschland, der Konzernzentrale und der DT IT.

Sicherheit auch in Kurzarbeit

Seit dem 18. März hatten die Behörden angeordnet, bundesweit fast alle Geschäfte zu schließen. Davon waren auch die T-Shops betroffen. ver.di hatte deshalb mit der Arbeitgeberseite vorsorglich vereinbart, die bestehende Kurzarbeiterregelung zu modifizieren. Rückwirkend zum 18. März wurden die Beschäftigten der Deutsche Telekom Privatkunden-Vertrieb GmbH (PVG), in Kurzarbeit geschickt. Durch den neuen Tarifvertrag Kurzarbeit konnte ver.di für sie einen Schutzschirm erreichen.

Die Tarifparteien mussten tief in die gesetzlichen Bestimmungen eintauchen, um die Beschäftigten vor finanziellem Schaden zu bewahren.

Risiken der Kurzarbeit begrenzt

Durch den tariflichen Zuschuss erreichte ver.di Sicherungslinien, die für die meisten PVG-Beschäftigten bedeuten, dass sie, bezogen auf ihr bisheriges Monats- Nettoentgelt, zwischen 96 bis zu 100 Prozent netto erhalten. Die unterschiedlichen Prozentzahlen ergeben sich aus der individuellen Situation der Beschäftigten (Steuerklasse, Kinderfreibeträge). Das Kurzarbeitergeld wird zum üblichen Zahlungszeitpunkt gezahlt. Der Arbeitgeber geht in Vorleistung, falls er das staatliche Kurzarbeitergeld erst später erhält. Der nun abgeschlossene Tarifvertrag zur Kurzarbeit PVG trat rückwirkend zum 1. März 2020 in Kraft und hat zunächst eine Laufzeit bis Ende Februar 2021.

Frauen, die sich im Mutterschutz befinden und Arbeitnehmer*innen in Altersteilzeit, nehmen nicht an der Kurzarbeit teil. Auch Auszubildende, dual Studierende sowie Praktikant*innen und Werkstudent*innen werden ebenfalls nicht in die Kurzarbeit einbezogen. Für die Dauer der Kurzarbeit gelten reduzierte und konkret festgelegte Arbeitszeiten, die auch exakt einzuhalten sind. Die bisher geltenden Schwankungsbreiten aus dem Arbeitszeitkonto stehen für die Zeit der Kurzarbeit nicht zur Verfügung. Die jeweilige Reduzierung der Arbeitszeit erfolgt im Rahmen des tatsächlich vorliegenden Arbeitsausfalls.

Fazit

Die Einführung von Kurzarbeit ist ein absolutes Novum im Konzern Deutsche Telekom AG. Die Auswirkungen der Corona-Krise haben jedoch hier erhebliche Auswirkungen auf die PVG insgesamt und hier besonders stark in den

T-Shops. ver.di steht auch in Krisenzeiten für die Mitglieder bereit und hat in den Verhandlungen erreicht, dass die Folgen für die Beschäftigten soweit wie möglich abgemildert wurden.

Tarifrunde 2020 (Jugend)

Der Tarifabschluss in Kürze:

Erhöhung der Vergütungen für Auszubildende und dual Studierende:

·         + 40 € ab 1. Juli 2020

·         + 40 € ab 1. Juli 2021

·         Erhöhung der Unterhaltsbeihilfe um 20 € ab 1. Juli 2020 auf dann 270 €

·         Die Incentivierung für EQ’ler wird zum 1. Juli 2020 erhöht auf

o   den Wert von einmal 300 € bei Übernahme ins 1. Ausbildungsjahr (+50 €),

o   den Wert von einmal 600 € bei Übernahme ins 2. Ausbildungsjahr (+100 €)

Nicht mehr unter 1000 €

Die abgeschlossene Tarifrunde Telekom bedeutet für Auszubildende, dual Studierende und EQ’ler einen kräftigen Anstieg ihrer Vergütungen. Zusätzlich wurde die Unterhaltsbeihilfe erhöht. Ab diesem Jahr im Juni gibt es keinen Azubi im Konzern mehr, der eine Vergütung unterhalb von 1000 € im Monat erhält.

Mit der zweiten Erhöhung – um wiederum 40 € zum 1. Juli 2021 – erhalten die Auszubildenden im ersten Jahr insgesamt 8,24 Prozent mehr Geld. Auch die Vergütungen der weiteren Ausbildungsjahre werden überproportional angehoben:

·         7,84 Prozent im zweiten Ausbildungsjahr

·         7,47 Prozent im dritten Ausbildungsjahr

·         7,14 Prozent im vierten Ausbildungsjahr.

Für die dual Studierenden erhöhen sich zeitgleich ebenfalls die Vergütungen um jeweils 40€. Die Unterhaltsbeihilfe wird noch in diesem Jahr um 20€ auf 270€ angehoben. Die finanzielle Anerkennung für Nachwuchskräfte in der Einstiegsqualifizierung (EQ) (Incentivierung), die den Sprung in die Ausbildung schaffen, erhöht sich um 50€ (erstes Ausbildungsjahr) und um 100€ (zweites Ausbildungsjahr).

Falls ihr Wünsche oder Anregungen für weitere Themen habt, oder Fragen zu unseren Themen, könnt ihr uns natürlich gern schreiben.

fb09.rlpsaar(at)verdi.de

Bleibt gesund!

Euer ver.di Landesfachbereich

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